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Bankenhaftung für Insolvenz von Lehman Brothers

Die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers hat viele Anleger aus Deutschland den Verlust ihrer Geldanlagen gekostet. Dabei wurden noch bis zur Insolvenz insbesondere Wertpapiere (Aktien, Zertifikate etc.) von Lehman Brothers auch durch deutsche Kreditinstitute als sicher beworben und verkauft. Falsch beratene Anleger können in vielen Fällen Schadensersatz verlangen.

Wie mittlerweile in mehreren Gerichtsverfahren festgestellt wurde, haben Banken und Sparkassen Anlegern bewusst die Risiken von Lehman Zertifikaten verschwiegen und diese gerade älteren Kunden zur Altersvorsorge zum Kauf empfohlen, ohne auf die Risiken, die mit einem Investment verbunden sind, auch nur ansatzweise hinzuweisen. Dabei haben die Banken oftmals das langjährige Vertrauen ihrer Kunden bewusst ausgenutzt, um entsprechende Provisionen zu kassieren. Zur anlegergerechten Beratung hätte jedoch insbesondere eine Aufklärung über das grundsätzliche Funktionieren eines Zertifikats gehört, vor allem über die bestehenden Totalverlustrisiken. Wenn eine entsprechende anlegerspezifische Beratung nicht erfolgte, haben Geschädigte Anspruch auf Schadensersatz gegen die Bank. Dabei ist wegen der umfangreichen Rechtssprechung die Betrachtung des jeweiligen Einzelfalles entscheidend, so dass sich die geschädigten Anleger in jedem Fall ihre individuelle Finanzplanung vom Kreditinstitut vorlegen lassen sollten. Wenn beim Verkaufsgespräch die komplizierten Zertifikate nicht ausreichend erklärt wurden und der Anleger zudem angab, sicherheitsorientiert investieren zu wollen, durfte ein Bankberater die hochspekulativen Papiere nicht zur Zeichnung empfehlen.

Ansatzpunkte für die Bankenhaftung und einen entsprechenden Schadensersatzprozess wegen Beratungsfehlern im Rahmen der Vermögensverwaltung sind deshalb folgende Punkte:

1. Wenn die Bank oder Sparkasse keine ordnungsgemäße Beratung und Aufklärung über die gezeichnete Anlage nachweisen kann, haftet sie wegen fehlerhafter Aufklärung des Anlegers.

2. Wenn die Bank oder Sparkasse kurz vor der Insolvenz von Lehman Brothers vom gewünschten Verkauf der Kapitalanlagen abgeraten hat, kommt ebenfalls ein Schadenersatzanspruch in Betracht.

3. Wenn die Bank oder Sparkasse auf ausdrückliche Nachfrage des Kunden bezüglich der Anlagesicherheit falsch oder unzureichend Auskunft gegeben hat, haftet sie auch.

4. Wenn die Bank oder Sparkasse der ihr als Vermögensberater und Vermögensverwalter obliegenden fortlaufenden Überwachungspflicht über die empfohlenen Investments nicht nachgekommen ist, können sich hieraus ebenfalls Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit der „Bankenpleite“ ergeben.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass jeder einzelne Fall einer konkreten Betrachtung bedarf. Anleger sind nicht gezwungen, die „Bankenpleite“ klaglos hinzunehmen, sondern sollten sich über ihre Möglichkeiten der Schadensminimierung durch fachkundige Beratung informieren. Hierzu stehen wir gerne bereit.

 

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